Spanien-Tourismus 2013: Ein bisschen Boom

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Spanien ist und bleibt ein beliebtes Reiseziel

Spanien ist und bleibt ein beliebtes Reiseziel

Die Krise ist vorbei, Spanien atmet auf. Das gilt leider nicht für das ganze Land, aber immerhin für das wichtige Tourismusgeschäft. Im Rahmen der Reisemesse Hamburg stellte Ana Cristina Gozalo, Direktorin des Spanischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt,  die Tourismuszahlen für das Jahr 2013 vor.

2013 – laut Turespana ein Jahr der Superlative für Spanien

2013 – laut Turespana ein Jahr der Superlative für Spanien

Für die spanischen Touristiker war 2013 “ein Jahr der Superlative”. Die Zahl der ausländischen Besucher Spaniens knackte die 60-Millionen-Marke – genau 60,6 Mio. besuchten im vergangenen Jahr Spanien, das ist ein Zuwachs von 5,6%.  damit liegt das Land hinter Frankreich und den USA auf dem dritten Platz in der weltweiten Reisestatistik.

Ein starkes Wachstum, aber ein Vergleich mit anderen europäischen Ferienzielen relativiert den Erfolg. Griechenland verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Anstieg der Gästezahlen um 13,2%, Großbritannien gar um 16,7%. Der spanische Tourismusboom reichte aber, um knapp 23.000 Arbeitsplätze zu schaffen und das touristische Bruttoinlandsprodukt um 0,6% zu steigern.

Ausländische Touristen in Spanien nach Herkunftsländern 2013

Ausländische Touristen in Spanien nach Herkunftsländern 2013

Noch immer kommen die meisten ausländischen Gäste aus Großbritannien. 2013 hatten die Briten einen Anteil von knapp 24%, gefolgt von den Deutschen (16,25%) und den Franzosen (15,7%). Besucher aus Übersee spielen nur eine verschwindend kleine Rolle: Nur 2,45% kamen aus den USA, gut 2% aus dem Rest Amerikas und wenige als 2% aus anderen außereuropäischen Regionen.

Ausländische Touristen in Spanien 2013

Ausländische Touristen in Spanien 2013

Welche Herkunftsländer sorgten nun für den Boom bei den Besucherzahlen? Die Russen legten mit einem Plus von 32% am stärksten zu, gefolgt von den Gästen aus Skandinavien (+ 17%). Die Deutschen lagen im Mittelfeld und mit einem Plus 7% leicht über dem Schnitt.

Besucherwachstum nach Regionen in Prozent – ausländische Touristen

Besucherwachstum nach Regionen in Prozent – ausländische Touristen

Das Besucherwachstum verteilte sich nicht gleichmäßig über das ganze Land. Am stärksten profitieren konnte das nach Eigenständigkeit strebende Katalonien mit einem Zuwachs von 8%, die Balearen erzielten ein Plus von 7,2% gegenüber 2012. Katalonien ist auch die wichtigste Destination für ausländische Besucher: Mehr als jeder Vierte macht Urlaub in der nordostspanischen Region um Barcelona.

Deutsche Touristen in Spanien 2013 nach Regionen

Deutsche Touristen in Spanien 2013 nach Regionen

Die Vorlieben der deutschen Spanien-Touristen sind einfach: Sie wollen Strand, Sonne und Sangria satt. Über 41% der deutschen Spanien-Besucher reisten auf die Balearen, gut 25% auf die Kanaren, aber nur 13% nach Katalonien. Weitere beliebte Zielgebiete der Deutschen waren Andalusien, Valencia und Madrid. Die ländlichen Regionen abseits der bekannten Tourismushochburgen werden von den Deutschen nach wie vor hartnäckig ignoriert: Ganze 6% machten sich auf den Weg etwa nach Kastillien-La Mancha, in die Extremadura oder nach Asturien. Der ländliche oder “grüne” Tourismus steckt in Spanien noch in den Kinderschuhen. Noch vor wenigen Jahren galt diese Sparte als Hoffnungsträger gerade für strukturschwache Regionen – fehlende Mittel und möglicherweise auch eine falsche Vermarktung haben bislang verhindert, dass diese Randgebiete deutlicher in den Fokus rücken.

Besucherwachstum nach Regionen in Prozent – deutsche Touristen

Besucherwachstum nach Regionen in Prozent – deutsche Touristen

Wenn die Deutschen sich innerhalb Spaniens für ein anderes Ziel entscheiden, bleiben sie bei den bekannten Orten. Während die Kanaren 2013 sogar 1,6% weniger deutsche Besucher verzeichneten, legten die Balearen um 7,65 zu, Andalusien mit eine Stränden an Mittelmeer und Atlantik gar um knapp 12%.

Grundzüge des neuen Spanien-Booms

Grundzüge des neuen Spanien-Booms

Was steckt hinter dem “neuen Spanienboom”? Ana Cristina Gozalo macht gleich mehrere Faktoren für den Erfolg verantwortlich. Der Städtetourismus etwa nach Barcelona und Madrid ist attraktiver denn je, die Russen stürmen Spaniens Strände, die Saison wurde mancherorts in die Wintermonate verlängert und das Ende der Finanzkrise machte vielen Europäern wieder Lust auf Urlaub in Spanien. Stärkstes Argument wie eh und je aber bleibt die Identifikation von Spanien mit Sonne und Strand.

Dabei konnte Spanien sicher von den Krisen in anderen Mittelmeerländern wie Tunesien und Ägypten profitieren. Ein Dauer-Vorteil dürfte das nicht sein, denn mittelfristig dürfte auch in den Krisenregionen wieder Ruhe einkehren. Und Sonne und Strand gibt’s sowieso auch anderswo.

Grafiken: Turespana

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