Urlaub in Deutschland: Der Schwarzwald Panorama-Radweg

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Was gibt's am Schwarzwald Panorama-Radweg zu sehen? Natürlich Schwarzwaldhäuser / Thomas Meins

Was gibt’s am Schwarzwald Panorama-Radweg zu sehen? Natürlich Schwarzwaldhäuser / Thomas Meins

Fahrrad-Urlaub in Deutschland – und dann noch in den Bergen. Auch wenn’s “nur” der Schwarzwald war und die Temperaturen manchmal nur knapp über Null – ich bin auf dem Schwarzwald Panorama-Radweg ganz schön ins Schwitzen gekommen. Sonst bin ich nämlich mit dem Rad nur im Flachland und in der Stadt unterwegs, kurze Strecken und keine Steigungen.

Vielleicht wollte ich es mir beweisen, vielleicht einem Kumpel, einem echten Rad-Freak, der mich für einen hoffnungslosen Fall hält, seit ich vor Jahren auf einer gemeinsamen Radtour die Elbe hoch schlapp gemacht  habe. Den Schwarzwald Panorama-Radweg, oder immerhin einen Teil davon, habe ich jedenfalls gemeistert. Und das ging so:

Schwarzwald Panorama-Radweg: Diese Holzwiese ist ganz schön bunt / Thomas Meins

Schwarzwald Panorama-Radweg: Diese Holzwiese ist ganz schön bunt / Thomas Meins

“Sie sind ganz von Hamburg mit dem Rad gekommen”, fragt mich die Dame an der Rezeption des Hotels in Freudenstadt, als ich meine Fahrradtaschen abstelle. Nein, ich bin nur ein wenig verschwitzt, weil ich vom Bahnhof zu Fuß quer durch die Stadt marschiert bin. 750 km auf dem Rad – das wäre nun doch zu viel. Ich peile zwei Etappen des Schwarzwald-Panorama-Radwegs an, der 280 km von Pforzheim bis Waldshut führt. Zwei Etappen durchs Mittelgebirge mit zusammen gut 120 km. Das sollte zu schaffen sein, auch für einen Flachland-Radler.

Schwarzwald Panorama-Radweg: Pause mit Aussicht aufs Schiltachtal / Thomas Meins

Schwarzwald Panorama-Radweg: Pause mit Aussicht aufs Schiltachtal / Thomas Meins

km 2 

Am nächsten Morgen schwinge ich mich auf mein Leihrad, aber schon die erste Steigung stürzt mich in eine mittelschwere Krise. Auf dem steilen Weg hoch in den Wald geht mir die Puste aus. Absteigen, durchatmen, schieben. Hätte ich doch lieber wandern sollen? Die nächsten Kilometer verlaufen flach. Ganz langsam komme ich in Tritt, lerne, rechtzeitig runterzuschalten und jede Abfahrt zum Kräftesammeln zu nutzen. Nach einer guten Stunde belohnt mich der Weg mit einer idyllischen Hochebene: Streuobstwiesen und rauschende Wälder, dazwischen vereinzelte Höfe mit gackernden Hühnern und friedlich grasendem Vieh, über mir kreist ein Bussard.

km 28

Dann passiert’s: eine Panne, der Vorderreifen ist platt. Mit dem Ersatzschlauch kann ich mangels Werkzeug nichts anfangen. Ich schiebe zwei Kilometer bis zum nächsten Örtchen und rufe den Radverleih an, denn die nächste Werkstatt ist gut zehn Kilometer entfernt. Leider sieht sich der Verleih außerstande, mir Hilfe zu schicken. Das Dorf ist Sonnabendmittag so gut wie ausgestorben. Aber in der Autowerkstatt ist noch Leben. Der nette Mechaniker zieht den neuen Schlauch auf, ich kann meine Fahrt fortsetzen. Hinter Aichhalden genieße ich das Panorama über das Schiltachtal, eines der schönsten Täler im mittleren Schwarzwald. Die Panne ist fast vergessen. Weder mir noch dem Schlauch geht die Luft aus.

Villingen-Schwenningen: Kirche in der Sackgasse oder Nonnen auf dem Weg ins Münster / Thomas Meins

Villingen-Schwenningen: Kirche in der Sackgasse oder Nonnen auf dem Weg ins Münster / Thomas Meins

km 71

Gegen 16.15 Uhr erreiche ich mein Etappenziel Villingen. Acht Stunden für gut 70 Kilometer, eine Panne, zweimal verfahren – ich bin zufrieden mit meiner Leistung und gönne mir nach dem Bummel durch die prächtige Altstadt ein Abendessen im Schatten des 900 Jahre alten Münsters. Müde aber glücklich schleiche ich ins Bett – morgen soll es um 9 Uhr weitergehen.

km 97

Von 700 muss ich heute auf knapp 1100 Meter Höhe klettern. Vor mir liegt die Lange Allee, ein schnurgerader, acht Kilometer langer Forstweg, der stetig bergan führt. Nach dem lieblichen Brigachtal und der Vorbeifahrt am Kirnbergsee überzeugt dieser Abschnitt weniger landschaftlich als sportlich. Rad und Fahrer sind mittlerweile ein Team geworden, ich meistere die unendliche Alle ohne Absteigen! Allerdings verpasse ich die Abzweigung Richtung Auf dem Höchst, muss ein paar Kilometer Umweg fahren und dann doch die vorletzte, knackige Steigung auf den Höchstberg aus dem Sattel steigen.

Schwarzwald Panorama-Radweg: Zwischen Kirnbergsee und Auf dem Höchst / Thomas Meins

Schwarzwald Panorama-Radweg: Zwischen Kirnbergsee und Auf dem Höchst / Thomas Meins

km 109

Nach weiteren 500 Metern Kletterstrecke weicht der Wald und gibt den Blick frei auf das schneebedeckte Feldbergmassiv. Ich habe die höchste Stelle des Panoramaradwegs erreicht. Es regnet, aber das macht nichts, die Aussicht ist grandios. Eine Bank, ein Baum – die Pause habe ich mir verdient. Danach geht es nur noch bergab, ich sause in wenigen Minuten auf schmalen Straßen 300 Höhenmeter runter. Es wird wärmer, die Wolken lichten sich. Kurz vor Neustadt-Titisee, Ziel meiner Reise, raste ich in der prallen Sonne. Geschafft! Auch wenn ich manchmal kaum schneller vorankam als die Schnecken, die meinen Weg kreuzten.

Die Fakten: Infos zum Panorama-Radweg gibt es unter www.schwarzwald-tourismus.de. Und auf dem Blog Schwarzwaldleben. Pauschalangebotm buchbar bei der Schwarzwald Tourismus GmbH: 5 Tagesetappen (280 km) auf dem Panoramaradweg für “Geübte” mit 4 Übernachtungen, Frühstück, Lunchpaket, Gepäcktransfer, Tourbook, ab 399 Euro p. P. im DZ.

4 commenti su “Urlaub in Deutschland: Der Schwarzwald Panorama-Radweg

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